Christlicher Verein Junger Menschen Düsseldorf e.V.

Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich! (Johannes 14, 1)








 

Monatsspruch September 2010:

Ein Mensch, der da isst und trinkt und hat guten Mut bei all seinen Mühen, das ist eine Gabe Gottes.
Kohelet 3, 13

Essen – Trinken – Genießen – es sich gut gehen lassen – das hat eher einen negativen Klang. Darf ich das? – Wo in anderen Ländern Kriege und Elend herrschen, wo täglich 20.000 Kinder sterben müssen, weil sie nicht ausreichend zu essen haben?

Unser Vers ist schon spannend, finde ich. Und doch fordert er mich heraus Stellung zu nehmen, weil ich ahne, was er meint. Essen, Trinken, Genießen, es sich gut gehen lassen und es zu genießen – das gehört zum Leben dazu. Wie glücklich dürfen wir sein, dass es uns so gut geht – aber, merken wir das überhaupt noch? Vielleicht liegt es daran, dass wir Essen, Trinken und es sich gut gehen lassen als etwas so selbstverständliches wahrnehmen, dass wir es gar nicht mehr genießen können. Ja, wir haben eine Verantwortung für diese Welt – wir müssen teilen – es darf uns nicht egal sein, was aus den Armen und Hungernden dieser Welt wird – aber ich glaube, wir werden noch viel mehr aus vollem Herzen helfen, wenn wir uns bewusst werden, wie gut es uns geht. Ein schön gedeckter Tisch, ein gutes Essen mit Freunden, ein Glas Wein, das muss nicht im Widerspruch zur Not in dieser Welt stehen wenn es beginnt und endet mit einem Dankgebet und wenn wir uns darüber im klaren werden, dass es ein Geschenk Gottes ist das uns verpflichtet, anderen zu helfen.

Anderen zu helfen – Gutes zu tun – zu teilen und abzugeben – muss nicht bedeuten auf den Genuss zu verzichten. Ich wünsche uns, dass wir fähig bleiben das Leben zu genießen und dass wir uns anstecken lassen von einer selbstverständlichen (und nicht verordneten) Nächstenliebe, wie Jesus sie gelebt hat. Ich glaube, nur der, der sich selber liebt und das Schöne genießen kann, kann in dieser Selbstverständlichkeit auch andere lieben und ihnen Gutes tun. Und darum möchte ich Gott bitten, dass er uns das schenkt – das wir das Schöne in unserem Leben genießen können und das wir unseren Nächsten mit der Selbstverständlichkeit Jesu  lieben.

Hans-Dieter Ebert