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An(ge)dacht:

"Am Fenster" und andere Texte

Zuerst setzt die Geige ein, dann kommt endlich das Schlagzeug hinzu - und bei mir die Gänsehaut. 1977 hat die ostdeutsche Band City ein Gedicht von Hildegard Maria Rauchfuß (1937-2000) vertont. Bis heute DER Hit von City. Und lediglich ein Beispiel unter vielen: Boney M haben in “The Rivers of Babylon” die Psalmen 19 und 137 vertont, Hannes Wader und Die Toten Hosen haben “Die Moorsoldaten” interpretiert. Oft entfalten starke Texte durch die Musik eine ganz besondere Wirkung.

Dietrich Bonhoeffers “Von guten Mächten” war ursprünglich ein Gedicht - geschrieben in der Untersuchungshaft des Gestapogefängnisses Berlin-Tempelhof. Vielen Christen wurde es durch die Vertonung durch Siegfried Fietz bekannt. Diese Vertonung von Gedichten und Texten hat Tradition - schon Martin Luther griff auf Volkslieder zurück und verpasste ihnen “fromme Texte” (z.B. “Vom Himmel hoch, da komm ich her”). Prototypen im evangelischen Bereich sind der Liederdichter Paul Gerhardt (gest. 1676) und der Komponist Johann Sebastian Bach (geb. 1685): Sie konnten sich nicht begegnen und trotzdem waren sie innerlich in ihrem Anliegen verbunden: Sie wollten mit ihrer Kunst dem christlichen Glauben Ausdruck verleihen. Beispiel dafür sind: “Ich steh an deiner Krippen hier” und “Befiehl du deine Wege”. Tolle Choräle und mir drängt sich die Frage auf: Was wäre möglich gewesen, wenn sie sich begegnet wären?

 

Ralf Wittig

Man wird doch noch träumen dürfen:

Die Begegnung wurde möglich gemacht unter Nutzung von KI.

Staffelübergabe

Katharina Kerkmann

interviewt Tabea und Ralf

„Liebe Tabea, lieber Ralf, schön, dass ihr beide Zeit für ein Interview habt. Gerne möchte ich euch beide ein wenig zu den letzten Jahren, der spannenden Übergabezeit sowie eurer Zukunft befragen. Zunächst zu dir, Ralf: Du warst nun mehr als 10 Jahre lang der Leitende Referent unseres Vereins. Was waren für dich besondere Highlights und was hat dich herausgefordert?“

Sehr lange Überlegpause. „Es lässt sich verbinden. Highlights sind immer auch Herausforderungen gewesen. Natürlich ist jede Weihnachtsfeier ein Highlight. Aber auch eine Herausforderung. Ich persönlich durfte Erfahrungen machen, die so wohl nur im CVJM Düsseldorf möglich waren. Ein besonderer Stopp war für mich das Interview für die Lokalzeit des WDR. Es ist einfach spannend in so einem hochprofessionellen Umfeld von der Feier erzählen zu dürfen und Männer einzuladen. Das Studio ist gefühlt höher als es groß ist. Es hängt sehr viel Technik im Raum – Lautsprecher, Lichter und Trallalla.“ Ralf schweift aus. „Herausfordernd war ansonsten besonders die Leitung des Vereins während der Corona-Zeit. Wir mussten ständig auf etwas reagieren. Wir waren immer bemüht das maximale für Kinder und Jugendliche herauszuholen, ohne sie zu gefährden. Im Nachhinein ist es spannend, dass wir immer funktioniert haben.“

 

„Auch als Privatmensch hast du ja nun einige Jahre in Düsseldorf gelebt. Hast du einen Lieblingsort oder ein Lieblingsrestaurant?"

Da wird Ralf emotional. „Mein Lieblingsort ist die Altenbergstraße und mein Lieblingsrestaurant der Grill in unserem Garten. Es gibt viele Dinge, die man in Düsseldorf genießen kann: Altbier in der Stadt, zur Fortuna gehen, am Rhein entlangradeln, …“

 

„Nun steht ja bald eine neue Stelle für dich an. Auf was freust du dich daran am meisten?“

„Ich freue mich darauf mit dem CVJM Rehgarten an den Ort zurückzukommen an dem Kathleen und ich als Jugendliche unsere ersten Schritte als junge Christ*innen gemacht haben. Schön ist es auch, näher bei Kathleens Eltern zu sein.“

 

„Eine letzte Frage: Wie läuft der Umzug?“

„Ja, wie läuft es mit dem Umzug? Wir freuen uns, dass wir eine auf uns zugeschnittene Wohnung gefunden haben. Seitdem trennen wir uns von Dingen und sind am Packen. Am 24.07. kommt der Möbelwagen und es geht auf nach Chemnitz.“

 

„Vielen Dank, Ralf. Nun will ich zu dir kommen, Tabea. Bevor du die Stelle angenommen hast, haben wir viele Gespräche miteinander geführt. Was hat dich am Ende überzeugt, sie anzunehmen?“

„Ihr habt mich kurz vor meinem Urlaub darauf angesprochen. Ich konnte dann in der Zeit gut in mich einkehren. Es war ein Kreis zwischen Zweifeln, und dass ich es mir doch gut vorstellen kann.

Ich bin mit Gott ins Gespräch gekommen: Nicht mein Wille geschehe, sondern dein Wille. Das war für mich nochmal ein Treibstoff, der mich vorangebracht hat.“

 

„Nun nochmal eine Frage an euch beide: In welchem Vereinsbereich seht ihr die größte Herausforderung für den Übergang?“

Tabea: „Es sind viele Fragen offen. Ich wünsche mir für meine Nachfolgerin/meinen Nachfolger, dass ich eine gute Anleitung sein kann, egal welcher Typ Mensch da zu uns kommen und uns mit seinen Gaben beschenken kann.

Außerdem ist aus meiner Perspektive der finanzielle Teil herausfordernd. Das ist für mich gerade noch nicht ganz greifbar.“

Ralf: „Als zentral empfinde ich für den Verein, dass wir bei all unseren guten Angeboten ein geistlicher Ort für Kinder, Jugendliche und Erwachsene sind. Das sehe ich als Herausforderung, weil die Biografien bei uns doch recht unterschiedlich sind. Ansonsten sind wir ein quicklebendiger Verein: Wir müssen ständig schauen, was die Leute brauchen und wie wir sie erreichen.“

 

„Du sagst es selbst, Tabea, du lernst momentan viel Neues. Was ist deine liebste Methode, um den Kopf frei zu kriegen?“

„Ich gehe gerne durch den Eller Forst und höre dabei Rea Garvey. Ich höre außerdem gerne Krimi-Podcasts, so im Agatha-Christi-Style. Am besten, wenn man selbst miträtseln kann und dann komplett daneben liegt. Zudem mache ich gerne Handlettering.“

 

„Bei all den neuen Themen entwickeln sich bestimmt auch neue Schwerpunkte. Wo siehst du diese in naher Zukunft und auch mit Blick auf die nächsten Jahre? Auf was freust du dich so richtig?“

„Das ist eine große Frage, die momentan noch ganz schwierig zu beantworten ist. Mein Baby ist dabei natürlich der Ganztag. Zudem finde ich den AK Glaube und Leben sehr wichtig. Wir investieren viel Energie in Projekte. Da frage ich mich, wie wir die Ebene der geistigen und kulturellen Gemeinschaft nochmal neu denken können. Zuletzt ist es wichtig, dass junge Menschen in unseren Verein gehören. Wir setzen da derzeit junge Menschen in ein Gremium, die mitgestalten und entscheiden sollen.“

 

„Vielen Dank euch beiden für die tollen Antworten. Ich gucke schon sehr freudig auf die kommenden Monate und wünsche euch beiden Gottes reichen Segen für eure Wege.“

weitere spannende News aus dem CVJM Düsseldorf findest du in unserem CVJM-Magazin:

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